Melbourne ist eine tolle Stadt. Sehr künstlerisch und spielerisch gestaltet, zwischen all den großstadtmäßigen Gebäuden entdeckt man immerwieder kleinere und sehr schöne Häuser, die Melbourne einen gewissen Charme verleihen. Durch die Stadt fließt ein Fluss namens Yarra River (aufschreiben für Stadt Land Fluss!!!) und von der großen Highway-Brücke West Gate Bridge hat man einen super Blick auf die Skyline. Außerdem ist Melbourne umgeben von kleinen sehr schönen Vororten wie zB St Kilda, wo ich die ersten paar Tage verbringe, Williamstown, einer sehr reiche Gegend und dann wäre da auch noch Brighton, wo man die im Titelbild abgebildeten Strandhäuser findet.
Jedenfalls ist Melbourne schon mal ein seeehr guter Anfang in Australien, auch wenn es sehr viel kälter ist, als man es von Australien erwartet. Nix mit 35-40 Grad im Schatten, eher so 25 Grad in der Sonne 😀 aber was solls, ich bin in Australien!
Melbourne:
- riesig
- schöne Stadt
- viele Grünflächen
- teuer
- +10 h Zeitverschiebung nach Berlin, 3 h Flug von Wellington, NZ
1. Tag:
Annika und ich begeben uns auf eine Art TouryTour durch die Stadt, was trotz Krücken ziemlich einfach ist, weil man überall günstig mit Trams, Zügen oder Bussen hinkommt, v.a in der Innenstadt ist ein relativ großer Bereich kostenlos! Also auf zum Federationsquare, einem riesigen Platz mit interessanten Architekturen und einem kleinen Infocenter, in dem ich mich mit allen möglichen und unmöglichen Broschüren zudeckte.



Danach liefen wir am Fluss entlang, bestaunten die verschiedenen Brücken und machten Fotos wo es nur ging.


Rechts vom Fluss verlief quasi die Einkaufsstraße und auf der linken die Restaurant und Künstlerstraße. Neben den ganzen Nobelrestaurants und -bars waren alle 20 m ein anderer Straßenkünstler zu sehen, einer machte nur Unsinn, ein weiterer sprayte unglaubliche Bilder freihand und wieder ein anderer machte Akrobatik.

Um uns ein wenig auszuruhen, setzten wir uns ans Flussufer in den Batman Park (cooler Name gell 😉 ).

Weil ich bekanntlich für gute Bilder mittlerweile alles tun würde, beschlossen wir auf die West Gate Bridge zu fahren und von da ein Skyline Bild zu schießen. Das Problem: die Busse fuhren samstags nicht dorthin. Also trampten wir. Ein netter Herr in einem großen Auto hielt an, um uns mitzunehmen und musste lachen, als wir West Gate Bridge sagten. Ein weiteres Problem war nämlich, dass wir nicht wussten, dass das ein Highway war und da kann man nunmal nicht aussteigen und Fotos machen 😀 also gab er uns eine kleine Privatführung und fuhr ein wenig durch Williamstown, dem reichen Viertel mit sehr vielen Yachten, ungefähr 5 Mio teuren Häusern und einer sehr coolen Cafe-Straße. Wir stiegen aus und kurz nachdem er weggefahren war, fiel mir auf, dass ich meine heißgeliebte Sonnenbrille im Auto liegen gelassen hatte :O wie soll ich das denn in Australien überleben??!?!?!
Jedenfalls versuchten wir einen guten Blick auf die Skyline zu erhaschen, was gar nicht so einfach war, weil entweder überall Boote und Schiffe im Weg waren, die Yachtclubs die guten Stege besaßen oder irgendwelche Kräne auf dem Bild waren. Weil Annika nicht so schnell und viel laufen konnte, lief ich schonmal ein Stück vor, um die Kräne aus der Linse zu kriegen, was ich schlussendlich auch schaffte 🙂 Endlich ein gutes Skyline Bild *-*



Abends wollten wir dann noch mit dem Bus zum Brighton Beach fahren, wo die berühmten bunten Strandhütten stehen und den Sonnenuntergang anschauen. Hätte auch alles gut geklappt, wenn ich nicht mein Kleingeld hätte fallen lassen. In Australien muss man nämlich dem Busfahrer ein Handzeichen geben, dass er anhält, was nunmal nicht geht, wenn man grade am Boden rumkrabbelt und das Geld zusammen sucht… also fuhren wir in die Stadt, aßen ein spätes Abendessen im Batman Park am Fluss, während wir uns Melbourne bei Nacht ansahen. In der Restaurantstraße, die gegenüber von uns war, standen riesige schmale Kamine, wo in bestimmtem Rhythmus Flammen rauskamen und ein kleines Spektakel veranstalteten.



2. Tag:
Morgens buchten wir 2 Tickets für das Eureka Skydeck 88, dem größten Gebäude in Melbourne, von dem aus man eine geniale Sicht auf die Stadt hatte. 88 Stockwerke hoch, ein Teil war mehrmals mit Blattgold überzogen und es gab einen kleinen Außenbereich, wo einen nur noch ein Netz und eine horizontale Stahlstange vom Abgrund trennte. Innerhalb von wenigen Sekunden befanden wir uns im 88sten Stockwerk und traten an die Fensterfront. Der Anblick war atemberaubend, ganz tief unten, genau 297 m unter uns, befand sich die Straße mit winzigen Menschen und Fahrzeugen, die man kaum noch ausmachen konnte. Außerdem sah man die Küste und das ganze umliegende Gebiet um Melbourne!





Nachdem wir uns das etwa 1,5 h angesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg und beschlossen, einen weiteren Versuch nach Brighton zu fahren, zu versuchen. Wir standen extra 20 min vor Abfahrt an der Bushaltestelle, ich hatte meinen Geldbeutel fest verschlossen und wir warteten gespannt auf den Bus. Als er kam, lief auch alles glatt, wir fragten des Busfahrer, wie wir am nähsten zu den Hütten kämen und er wollte uns Bescheid geben, wenn es so weit war. Am Ziel angekommen liefen wir noch etwa 5 min zu Fuß zum Strand und endlich standen sie vor uns. Eine unendlich lange Reihe von bunten verrückten Strandhäusern unmittelbar am Meer. Wir schossen natürlich Unmengen an Fotos und versuchten alle anderen Touris auszublenden.



Während die Sonne langsam unterging, setzten wir uns in den Sand, aßen ein paar Nüsse und TimTams, bis es plötzlich anfing heftig zu regnen. Wir beeilten uns zum Bus zurück zu kommen und sprangen in den ersten der kam. Ohne natürlich auf die Nummer zu achten, den irgendwas musste ja noch schief laufen, nachdem alles so gut geklappt hatte 😀 Irgendwann, nachdem wir über den Busfahrer geschimpft hatten er wüsste nicht, wo er hinführe, merkten wir, dass wir ganz einfach im falschen Bus waren haha.. Also stiegen wir aus und fuhren mit der Tram zu unserem Hostel zurück.

Tag 3:
Heute kommt Anton an!!! Um 12 standen wir uns endlich am Flughafen gegenüber, denn ich hatte ihn dort abgeholt. Er war mit 2 Freunden namens Jonas und Niklas, beide aus Bremen, von Cairns hergeflogen und wir machten uns mit einem Großraumtaxi (weil Niklas ein Surfboard dabei hatte) auf den Weg ins Zentrum Melbournes, wo wir in ein weiteres Hostel eincheckten. Das war der erste Tag, an dem ich das australische Backpacker-Gesöff „Goon“ kennen lernte. Eine Art Wein, der erst nach dem 3. Glas gut schmeckt 😉 Allerdings billig (12$ pro 4/5 l Karton) und immerhin Alkohol 😀
Tag 4:
Dieser Tag begann gegen etwa 14 Uhr, als alle wach waren und wir endlich was unternehmen konnten. Wir verabredeten uns mit Annika am St Kilda Beach und wollten uns da sonnen. Letztendlich saßen wir allerdings alle im Pulli in der Sonne 😛 Da Valentinstag war und jeder von uns single, beschlossen wir, es heute richtig krachen zu lassen und den Valentinstag gebührend zu feiern. 2 Kartons Goon mussten her und wir trafen uns mit ein paar Freunden der Jungs auf dem Dach des Hostels. Um 11 war allerdings Ruhezeit und wir gingen in unser Zimmer, wo wir Musik hörten und Karten spielten. Blöd ist nur, dass wir alle irgendwie die Zeit vergaßen und auch nicht wirklich leise waren, zumindest nicht das, was die Security unter leise verstand 😀 jedenfalls bekamen wir alle eine Verwarnung und während alle anderen gingen schaute ich mit Niklas noch einen Film an, weil wir zu müde und zu fertig waren, um noch groß weg zu gehen. Gegen 3 kam dann erst Jonas zurück, erzählte irgendwas, was absoluter Quatsch war, verschwand wieder und eine Stunde später kam dann auch Anton endlich. Um halb 6 waren wir dann alle in unseren Betten (außer Jonas, der irgendwann zwischen 7 und halb 8 aufgetaucht sein musste) und schliefen.
Tag 5:
Müde und wahrscheinlich immer noch leicht angedüdelt, weckte ich Anton auf, da wir uns heute zusammen auf den Weg nach Adelaide machen wollten und wir eh schon verschlafen hatten. Das war allerdings dann doch kein großes Problem, weil Min, unsere Mitfahrgelegenheit, auch verpennt hatte und wir erst um halb 1 von ihrem Haus losfuhren. Sie war in Adelaide geboren, wohnte jedoch teilweise in Melbourne und fing am nächsten Tag in Adelaide an zu arbeiten, weshalb sie auf schnellstem Wege rüberfahren wollte. Ich teilte mir mit ihrer Freundin Debbie die Fahrzeit, wobei eher Debbie fuhr, weil ich auf ungefähr 2,5 h Schlaf kam. Da das Auto sehr klein war, ein alter Toyota Corolla, und unser Gepäck nicht mehr in den Kofferraum passte, schnallten wir es irgendwie auf dem Dach fest. Ohne Klimaanlage und auf dem Highway mit geschlossenen Fenstern fuhren wir schwitzend 9 h nach Adelaide, bis sie uns um 10 am Bahnhof in Adelaide absetzten.

