Wanaka: (30.05 – 02.06)

Woran man erkennt, dass ich mit einer Verrückten unterwegs bin: Im Halbschlaf hat Josi mir während der Busfahrt etwas zeigen wollen und wie wild aus dem Fenster gezeigt. Als ich nichts gesehen habe, meinte sie nur, es wäre egal und nicht so wichtig. Am Ende kam raus, sie hatte einen Busch gesehen und dachte es wäre ein Schaf, allerdings war dieser Busch ziemlich groß und als sie dann feststellte, was sie da gefaselt hatte, wars ihr doch ein wenig peinlich 😀
Kurz vor Wanaka hielten wir am Lake Hawea an, umgeben von Bergen, welche total unwirklich aussahen. Wunderschöne Umgebung!
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit, machte ich mich mit Jesper und Josi auf den Weg zum „Wahrzeichen“ Wanakas: Der Lone Tree. Ein knorriger kleiner Baum, der mutterseelenallein mitten im See wächst. Normalerweise ist das Wasser so hoch, dass man nicht hinlaufen kann, doch im Winter ist das Level niedriger als üblich. Klein und traurig steht der Lone Tree im nassen Sand, dahinter die Lichter Wanakas. Der Lone Tree ist das ofiziell am häufigsten fotografierte Objekt Neuseelands. Jeder Besucher versucht DAS perfekte Instagram-Bild zu fotografieren.


Den letzten Abend in Wanaka gingen wir in die Mint Bar, holten unser Freigetränk, setzten uns zu ein paar Freunden – die uns netter weise auf ein paar mehr Bier einluden – und beendeten die Nacht in der Waterbar. Dort trat ein Duo auf – Gitarre und Geige – die irische Musik spielten und wir tanzten bis zum Umfallen.
Morgens wurden wir vom nächsten Bus abgeholt, der uns nach Queenstown bringen sollte. Hunter, der Busfahrer, ist 20 Jahre alt und sehr cool. Wir stoppten bei der Puzzling World bevor wir aus Wanaka rausfuhren. Dort gab es ein riesiges Außen-Labyrinth, in dem man Aufgaben erledigen musste, 5 Illusionsräume mit optischen Täuschungen und Hirnverdrehern sowie einem kleinen Café, in dem auf allen Tischen alle möglichen Puzzles lagen. Hier ein paar Eindrücke:



Queenstown: (02.06 – 04.06)

Bevor wir Queenstown überhaupt erreichten, konnte ich einen weiteren Punkt in meiner „Neuseeland To Do Liste“ abhaken. Bungee Jumping. AJ Hackett ist der ofizielle Gründer des Bungee Jumpings, der überall in der Welt von allen möglichen Gebäuden und Dingen herunterspringt. Er ist vom Eiffelturm gesprungen und wurde dabei verhaftet, genauso wie er in den tiefsten Canyon der Welt gesprungen ist. In Queenstown gibt es dann einige Varianten. Ich hatte mich für die günstigste entschieden, was der Sprung von der Kawarau Brücker über dem Kawarau Fluss ist. Höhe sind „nur“ 43m, aber es ist sozusagen das Original. Der höchste Bungee Jump der Welt ist von der Nevis Brücke mit 137m und 8,5 sek freiem Fall.
Ich machte mich also schwitzend, mit Gänsehaut und pochendem Herzen auf den Weg zur Plattform, während der Rest des Stray Busses am Geländer stand und mir zusah. Mir wurden die Füße zusammengewickelt und ich wurde an den Rand der Plattform geschoben. Ich sollte bis ganz vor an den Rand und ich hatte sowieso schon total Schiss und mit zusammengebundenen Beinen hast du nunmal auch null Balance. Sie zählte von 3 runter und als sie bei 0 ankam sprang ich einfach. Überraschend gut hats geklappt, und das obwohl ich eigentlich nicht mal einen Köpfer ins Wasser schaff – vom Beckenrand. Wer sich wundert, dass ich auf dem Video nicht schrei oder sonst irgendwie meine Angst Schrägstrich Begeisterung zeige: Ich hatte viel zu viel Angst um Schreien zu können 😀 Noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich so viel Schiss, nicht mal beim Skydive, der 4km hoch war! Auch noch 2h später schlug mir das Herz bis zum Hals vor Aufregung, als würde ich erst noch springen. Zum Schluss bekam ich ein T-Shirt und meine Fotos – Josi hatte selber ein Video gemacht, da musste ich zum Glück nicht für zahlen – und weiter ging es nach Queenstown.
Wir liefen vom Hostel, das etwas am Rand lag, direkt in die Stadt, weil ein Freund von mir dort wartete. David, der Holländer, den ich vor 6 Monaten das letzte Mal gesehen hatte. Er war damals mit uns in Hahei, Coromandel Peninsula. Wir trafen uns bei Ferg Burger, dem besten Burger der Welt außerhalb Amerikas. Und ja, er war sein Geld definitiv wert. So einen guten Burger hab ich noch nie gegessen! Das war der absolute Wahnsinn – schade, dass ihr das alle nicht probieren könnt…

Danach gingen wir zurück ins Hostel und verabredeten uns für abends feiern gehen, denn Queenstown ist DIE Partystadt Neuseelands. Riesen Nachtleben, Clubs wohin man schaut und die Stadt schläft nie. Ganz im Gegensatz zum Rest NZs. Erst gingen wir in die Loco Bar, trafen uns mit unseren Stray Leuten, tranken die Shots, die Hunter ausgab und machten uns dann zu zweit auf den Weg zu Davids Hostel, wo wir mehr tranken und schließlich mit paar Freunden von ihm die einzelnen Clubs abklapperten. Irgendwann gegen 3 waren wir dann auch im Bett 😀 Samstagmorgen verbrachten wir die Hälfte des Tages wieder in Davids Hostel, weil er um 2pm zum Flughafen fuhr, auf dem Weg zu den Fiji Inseln!

Abends ging es dann auf das Luma Festival, einem Lichterfest in Queenstown. In den Queensgardens waren verschiedene Lichterprojekte zu sehen, von Frauen in leuchtenden Fee-Kostümen über einen kleinen Waldabschnitt, wo alles, was man in ein Mikrofon sagte, verzerrt wurde und wie ein Horrorfilm klang, bis hin zu einer Discokugel im Wald.
Beendet wurde der Abend mit all unseren alten Stray Freunden von den letzten 2 Bussen, die an dem Abends alle gleichzeitig in Queenstown zusammenkamen. Allerdings wurde der Abends für mich nicht lang, da der Bus am Morgen um 6.30 am weiter nach Te Anau fahren würde.
Te Anau: (04.06 – 08.06)

Am Morgen des 2ten Tages liefen wir bei wunderschönem Wetter über das kleine Vogelschutzgebiet zum Kontrolltor am See. Wir sahen ein paar echt süße freche grüne papageien-ähnliche Vögel, ne Eule und ein paar bedrohte Vogelarten.
Danach ging es um den See rum zum Damm, wo wir die Umgebung bestaunten. Im Hintergrund war alles von schneebedeckten Bergen eingerahmt, während der zweitgrößte See Neuseelands strahlend blau in der Nachmittagssonne vor uns lag.
Dennoch war es extrem kalt, sodass wir bald zurückliefen und uns versuchten im Hostel aufzuwärmen, auch wenn das nicht so gut geklappt hat 😀
Den nächsten Tag begannen wir mit einer längeren Wanderung, diesmal weiter um den See herum. Die Wolkendecke zog sich bald zurück und bis wir an dem versteckten Strand Brod Bay angekommen waren, strahlte die Sonne wieder von einem knallblauen Himmel. Wir saßen 2h in der Sonne im Sand und genossen die Stille. Außer uns war nämlich niemand an dem Ort und wir hatten unsere eigene kleine schöne Welt.
Auf dem Rückweg begegneten wir einem Mann, der mit seinem Schwein spazieren ging… Ja richtig, seinem Schwein 😀 es konnte sogar Sitz machen und ist am Ende auf Kommando zurück in den Kofferraum zurückgesprungen hahaha
Milford Sound: (08.06 – 09.06)

Der Milford Sound ist eigentlich kein „Sound“ (= Sund), sondern ein Fjord. Allerdings wussten die Neuseeländer damals noch nicht, was ein Fjord war. Der einzige richtige Sund befindet sich im Norden der Südinsel (Marlborough Sound), den man durchquert, wenn man mit der Fähre zwischen Wellington und Picton fährt. Der Unterschied: Ein Sund ist ein durch Flüsse gebildetes Tal, die spitz zulaufen und hügelige Oberfläche außenherum haben, wohingegen ein Fjord durch Gletscher gebildet wird und eher eine U-Form besitzt. Außerdem sind die Talwände fast senkrecht, was das Ganze ziemlich spektakulär macht. Im Milford Sound gibt es im Jahr vielleicht 5 schöne Tage, wenns hochkommt. Wir hatten – wie auch schon den Rest unserer Reise – extrem viel Glück mit dem Wetter und machten bei strahlendem Sonnenschein eine Bootsfahrt durch den Fjord. Dann noch ein kleiner Spaziergang und schon hatten wir auch diesen Abschnitt hinter uns!