Canterbury

So schön die Zeit in Queenstown auch war, ich musste mich langsam auf den Weg zurück nach Auckland machen. Also über Mount Cook (den höchsten Berg Neuseelands), Lake Tekapo auf nach Christchurch, der drittgrößten Stadt in NZ. Der Bus zum Mount Cook Village fuhr um 8.30 Uhr von Queenstown aus los – nach einer letzten langen Partynacht – und die Fahrt war superschön. Wir bahnten uns den Weg durch Bergpässe und vorbei an schneebedeckten Flächen. Mittlerweile erreichte die Temperatur schon 4 Grad am Tag! Fast Sommer eigentlich… Jedenfalls kamen wir nachmittags am Hostel an, in dem Dorf, das weder einen Supermarkt noch sonst irgendwas hatte, und Josi und ich gingen sofort ins Bett.

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Nach 4 h Schlafnachholung aßen wir, schauten Fernseh und gingen wieder zurück ins Bett. Was an dem Hostel nicht so cool war: Sie investierten eher in Flachbildschirm und Badewanne, als in WLan und gescheite Matratzen, weil man nach ein paar Minuten durchlag und auf dem Bettgestell aufsetzte. Den nächsten Morgen starteten wir mit dem Hooker Valley Walk, der sich über Hängebrücken durch Täler bis zum Mount Cook schlängelt. Ziel ist an dem kleinen See vor dem Berg, der sogar Eisberge hatte! Ich muss also gar nicht bis in die Antarktis, um Eisberge zu finden. Vielleicht waren da ja sogar Eisbären 😉

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Trotz der warmen Wintersonne wurde es eisig kalt, als die Schatten länger wurden, weil die Luft in Neuseeland einfach keine Wärme speichert. Also liefen wir zurück zum Hostel, fertig und mit schmerzenden Körpern, aßen zu Abend und gingen dann auch gleich ins Bett. Am dritten Tag verbrachten wir den Tag im Hostel, begrüßten die nächsten Stray-Leute (unter denen auch Ben, Franzi und Wes waren), fuhren mit ihnen zu einem anderen kleinen Walk, der zum Tasman Glacier führte und auch eigentlich ziemlich schön war.

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Und 3x dürft ihr raten – es ging wieder ins Bett. Hab ziemlich viel geschlafen in der Zeit da 😉
Die Landschaft um den Mount Cook ist wunderschön, weite Ebenen umgeben von schneebedecktem Gebirge. Weiter ging unser Weg zum Lake Tekapo, eine kurze 1,5 stündige Busfahrt.

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Wir wurden zu unserem Hostel gebracht, wo wir die nächsten 3 Nächte mit Ben in einem 6er Zimmer bleiben. Da leider die nächsten paar Tage schlechtes Wetter gemeldet war, konnten wir nicht extrem viel unternehmen und machten uns einfach schöne Tage im Hostel – unter anderem mit fetten Monopoly Partien, die überraschender Weise echt Spaß machten!
Am Freitag lief ich mit Ben und seiner Kamera auf Mount John hoch, machten ein paar Aufnahmen, in denen ich Fotomodel laufen durfte und besuchten auf dem Rückweg die Church of the good shepherd. Ein altes Steingebäude, das eines der meistfotografierten Gebäude Neuseelands ist, v.a mit dem besten Sternenhimmel darüber. Der nächste Stopp ist dann Christchurch für 8 Nächte und dann ist es auch schon fast vorbei.

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Christchurch: (24.06 – 02.07)

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Als wir abends am Stray Hostel in Christchurch ankamen, warteten wir 2 h auf Sam, der noch Ski Fahren war, und für die nächsten Tage unser Couchsurfer Gastgeber ist. Er ist 24 Jahre alt, hat Immobilien Wirtschaft studiert und arbeitet jetzt in Christchurch. Wir bekamen ein kleines Zimmer mit einem Bett und einer Ausziehmatratze und durften uns wie zu Hause fühlen. Sein Mitbewohner ist ziemlich schüchtern und redet nicht viel, nett ist er aber trotzdem. Die Stadt ist die drittgrößte (nach Einwohnern) Neuseelands, was nicht unbedingt heißt, dass sie groß ist, aber in dem Fall ist sie es sogar.  Christchurch ist bekannt für seine häufigen und starken Erdbeben, wodurch die Stadt seit Jahren im Wiederaufbau feststeckt und in dem letzten zerstörerischen Erdbeben 2011 wurde auch der Dom zerstört. Überall sind die Straßen beschädigt und die Stadt ist „gefüllt“ mit Lücken bzw Baugerüsten und halbverfallenen Häusern. Am Abend der ersten Tages gingen wir abends mit Sam gleich mal zu ein paar Freunden, die ne kleine Homeparty schmissen. Dort trafen wir seine Freundin und ein paar andere, mit denen wir uns auf Anhieb verstanden. Dementsprechend lang wurde wir am nächsten Morgen natürlich auch geschlafen. Das heißt, wir hatten zum Mittagessen unser Frühstück. Kurz darauf holten wir mit Sam Ben am Hostel ab und fuhren nach Sumner, einer kleinen Stadt an der Küste, kletterten einen kleinen Höhlenfelsen hoch,

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das war die Aussicht

genossen zitternd die kalte frische Seeluft, liefen einen Wanderweg in den Hügeln an der Küste entlang und fuhren anschließend zu den Überresten der Bunker aus dem 2ten Weltkrieg, die wir ein wenig erkundeten – nachdem wir durch ein Loch im Stacheldrahtzaun geklettert waren. War teilweise echt gruselig, unten in den alten Gängen der Bunker herumzulaufen, wo auch die Taschenlampe nicht weiter als 10 m leuchtete.

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Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem Aussichtspunkt an, von dem man Christchurch überblicken konnte. Da es schon dunkel wurde und am Horizont die Sonne in den schönsten Farben unterging, war es wunderschön, sich das anzusehen.

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Danach trafen wir uns kurze Zeit später noch mit Ben zum Abendessen in einem asiatischen Restaurant, bevor wir wieder nach Hause liefen.

Nachdem wir beide am nächsten Tag gegen 12 bereit waren, uns aus dem Haus zu bewegen, trafen wir uns mit Ben in der Nähe des Botanischen Gartens und schauten uns die Art Gallery an – jede Menge gruselige Sachen wurden darin ausgestellt. Außerdem verlor ich ganz knapp eine Partie Schach gegen ihn, fast hätte ich gewonnen!! Auf dem Weg zurück setzten wir uns in eine Essens-Mall, aßen zu Mittag und redeten. Außerdem buchte ich mit Ben einen Bus von Wellington zum Mount Taranaki, weil wir uns entschieden hatten, statt mit Stray über den Tongariro National Park zu fahren, einen Intercity zu dem letzten von mir noch nicht besuchten Ort auf der Nordinsel zu nehmen und danach direkt nach Auckland hoch zu fahren.

Nach den ersten 4 Nächten in Christchurch, machten wir einen Ausflug nach Kaikoura, zum Einen ist es das Epizentrum des letzten sehr starken Erdbebens im November ’16, welches ich sogar auf der Nordinsel gespürt habe, und zum anderen die Walsichtungs-Hauptstadt NZs.

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Hierher kommen jedes Jahr Millionen von Menschen, um Bootstouren oder Flüge zu machen, bei denen man meistens Wale und oft auch Delfine sehen kann, und man kommt auch nach Kaikoura, um mit Delfinen zu schwimmen, was mir zu dieser Jahreszeit etwas zu eisig ist… Wir nahmen den Intercity durchs Inland, da die Küstenstraße wegen der letzten Erdbeben nur teilweise für den öffentlichen Verkehr zugänglich ist. Nach 3,5 h kurviger Busfahrt, kamen wir endlich in Kaikoura an, nahmen unsere Sachen und liefen zu unserem Hostel. Dort angekommen, war niemand in der Rezeption und auch sonst kam keiner, der uns einchecken konnte. Allerdings öffnete sich nach ca 20 min die Haustür und wir durften ins Wohnzimmer, wo wir bereits alles benutzen durften, nur auf unser Zimmer mussten wir noch warten. Das Hostel ist total süß und kuschelig eingerichtet und ohne eine Runde Monopoly konnten wir auch nicht hier wohnen. Zum Abendessen gab es Tacos mit Chilli drauf und Käse überbacken, während wir einen traurigen und einen Horror-Film anschauten.
Den nächsten Morgen wurden wir von einem Shuttle abgeholt, da wir heute Wale sehen wollten. Dazu buchten wir einen 30 min Flug mit einem kleinen Propeller-Flugzeug. Als wir ankamen, erwartete uns der bestaussehendste Pilot auf der ganzen großen weiten Welt! Wir stiegen also gern in das Flugzeug mit ihm und hoben ab. Weit über dem Meer, das in der Sonne in den verschiedensten Blautönen funkelte, sahen wir unter uns eine riesige Ansammlung von Dusky Dolphins, welche man nur in NZ und an der Südspitze Australiens vorfindet. Sie sprangen durchs Wasser, während wir sprachlos obendrüber flogen und dem atemberaubenden Schauspiel zuschauten. Nach ein paar Drehungen über den Delfinen, machten wir uns auf den Weg, Wale zu suchen. Kurz darauf wurden wir auch schon fündig: Ein etwa 20m langer Pottwal ruhte gerade an der Wasseroberfläche, um sich bereit für den nächsten langen Tiefseetauchgang zu machen, in dem er Sauerstoff ins Blut aufnahm. Deshalb verharren sie 5 – 7 min regungslos an der Wasseroberfläche, was sie zu perfekten Kameraobjekten macht. Von oben sahen wir das ganze Ausmaß des riesen Tieres und zum Schluss konnten wir noch beobachten, wie es abtauchte. Dazu wird die Schwanzflosse erst senkrecht Richtung Meeresboden ausgerichtet, bevor sich der Köper nach unten bewegt und die riesige Flosse schlussendlich durch die Wasseroberfläche bricht und das typische bekannte Bild eines Wales entsteht. 4 Wale konnten wir insgesamt sichten und der Flug war sein ganzes Geld wert. Nebenbei gesagt, auch ohne Wale wäre der Flug super gewesen – ich sag nur „der Pilot“ 😉 Damit wäre dann auch schon unsere Kaikoura – Mission erfüllt, wodurch wir beruhigt wieder zurück nach Christchurch fahren können.

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Die letzten Tage in Christchurch habe ich gaaanz viel mit Josi gemacht, quasi noch mehr als die letzten 1,5 Monate schon, und das ist eigentlich gar nicht möglich. Der Grund dafür: Sie wird in Christchurch bleiben und hoffentlich ganz bald einen Job finden, während ich mich am 02. Juli auf den Weg zurück nach Auckland mache. Es war eine super schöne obercoole Zeit mit ihr, die ich nie vergessen werde und die ganz entgegen meiner „ich bin allein, ich kann machen was ich will“ Einstellung gezeigt hat, dass man auch zu zweit sau viel Spaß beim Reisen haben kann, wenns nur die richtige Person ist. Danke für die tollen 1,5 Monate als mein Travelbuddy und die vorherigen 2 Monate in Blenheim als Roommate, Josi!! Ich wünsch dir noch ganz viel Glück hier und arbeite nicht zu hart 😉 Wir sehen uns in Deutschland!!!

Ein Kommentar zu „Canterbury

  1. Hi Tami,

    Du hast eine traumhafte Reise mit vielen Abenteuern fast hinter dir, auf der Du unfassbares erlebt und gesehen hast und viele Freunde gefunden hast.
    Jetzt ist die Zeit fast vorbei und wir freuen uns, dich bald wieder in die Arme nehmen zu dürfen.

    Ganz liebe Grüße von zu Hause

    Papa

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