Am Dienstag, den 13.03.18 machte ich mich mit Eric um 5 Uhr morgens auf zum Mittweidaer Bahnhof, um mit dem Zug nach Berlin zum Flughafen Schönefeld zu fahren.
Nach gerade mal 1 Std Zugfahrt mussten wir umsteigen und feststellen, dass der Anschlusszug wegen „technischer Schwierigkeiten“ ausfiel. Wir warteten also anderthalb Stunden auf den nächsten Zug, der uns zum Flughafen bringen konnte und bangten um die knappe Ankunftszeit. Um 9.40 Uhr waren wir jedoch endlich da und wurden von einem Kommilitonen empfangen. Nach einer kurzen Essenspause ging es auch schon durch den Sicherheitscheck – wo ich auf Drogen untersucht wurde, erfolglos natürlich – und um 11.30 Uhr saßen wir dann auch schon im Flieger nach Riga. 1,5 h später landeten wir nach einem ereignislosen und ruhigen Flug und machten uns mit unserem Gepäck auf den Weg zu Anna – der 19-jährigen Studentin, die uns für die folgenden 8 Tage bei sich aufnehmen würde, ohne, dass wir etwas zahlen mussten. Was natürlich super gut für unser „low-Budget“ war 😀
Den ersten Tag verbrachten wir dann eigentlich nur in dem Zimmer, wo wir untergebracht waren, müde von der Reise.


Zu allererst ein paar Fakten:
- Lettland hat 1,96 Mio Einwohner, also sogar weniger als unsere Landeshauptstadt Berlin!
- Riga hat 800,000 Einwohner, der Rest ist also irgendwo in Lettland verteilt
- Riga ist die Hauptstadt von Lettland und die größte der drei baltischen Länder Estland, Litauen und Lettland
- liegt am sogenannten Rigaer Meeresbusen, eine große Bucht der Ostsee
- im März herrschen noch relativ kalte Temperaturen, meist unter 0 °C
- der größte Nationalpark ist der Gauja National Park nordöstlich von Riga
- Lettland hat übrigens seit 2014 auch den Euro, da viele (eingeschlossen mir) davon aus gingen, dass sie „Lettische Kronen“ oder so etwas in der Art hätten
- durch Riga fließt der Fluss Düna
Mittwoch machten wir uns dann auf eine Erkundungstour in Rigas schöne Altstadt. Ohne große Ziele liefen wir durch die Gassen und betrachteten hier und dort ein paar schöne Gebäude. Abends fuhren wir mit Anna und ihrer Freundin in eine Bar und probierten uns dort durch allerhand lettische Biersorten – die gar nicht mal so schlecht schmecken! Und wir hätten es nicht anders erwarten können – wir waren umgeben von Deutschen.
Donnerstag nahmen wir um 10 Uhr den Bus nach Cesis, einer Kleinstadt im Gauja National Park und besichtigten dort eine alte Burg(-ruine). Für 2,50 konnten wir eine große und sehr gut erhaltene Burg erkunden, sogar Türme hinaufsteigen und uns alles ganz genau ansehen. Danach ging es noch in das Museum daneben, welches uns einige Informationen auf Lettisch brachte (also zugegebenermaßen nicht so viele – weil Lettisch verstehen wir dann doch noch nicht so gut 😉 ) Nach 5 h, die wir in der Stadt verbracht hatten, machten wir uns wieder auf den Heimweg und kamen todmüde wieder in Annas Wohnung an.
Freitag mittag bewegten wir uns wieder zu Rigas Altstadt, um dieses Mal einer Route aus unserem Reiseführer zu folgen. In den 3 Stunden, die wir dafür brauchten, liefen wir durch sehr viele super schöne Gassen und Straßen, die wir zuvor noch nicht entdeckt hatten. Wir befanden uns in einem Teil der Altstadt, in der wir noch nicht gewesen waren. Auch die Aussicht vom Kirchturm der Petrikirche war der Wahnsinn. Ein toller 360° Blick erwartete uns, als wir aus dem Fahrstuhl stiegen, der uns auf den 2ten Ring im Turm brachte (von 3 Ringen). Aus 71m Höhe betrachteten wir Riga und staunten, wie groß die Stadt doch war, vor allem, weil alles sehr viel kleiner wirkt, wenn man nur hindurchläuft.
Samstag fuhren wir um 12 Uhr mit einem sehr alten Zug nach Jurmala, bzw einer dazugehörigen kleinen Strandstadt namens Majori. Und ja, richtig gehört, wir fuhren an den Strand! Bei -4 °C und starkem Wind spazierten wir an der mit Eis und Schnee bedeckten Ostseeküste entlang (bei der andauernden Kälte gefroren die Wellen, sobald sie den Strand berührten) und durch die schöne Fußgängerzone der Stadt. Bevor wir dann mit dem Zug wieder zurück fuhren, spazierten wir noch ein wenig AUF dem Fluss daneben umher, der komplett und mit einer dicken Eisschicht bedeckt war.

Sonntag morgen gegen 8 Uhr verließen wir die Wohnung und machten uns wieder mit dem Bus auf den Weg in den Gauja Nationalpark, wo wir am Donnerstag schonmal waren, nur, dass wir diesmal nicht nach Cesis, sondern nach Sigulda fuhren. Von dort führten einige verschiedene Wanderwege durch den Nationalpark. Zwischen halb 12 und halb 5 liefen wir auf allen möglichen Wanderrouten entlang, schlitterten über die vereisten Waldwege, erklommen unendlich lange und steile Treppen und genossen die Umgebung. Am Ende dieses Tages hingen wir nach etwa 20 zurückgelegten Kilometern erschöpft und mit schmerzenden Beinen/Füßen in den Bussitzen auf dem Weg zurück nach Riga.
Mittwoch machten wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg zum Flughafen, um zurück nach Berlin zu fliegen. 13 Uhr ging es dann los und 1,5 h später landeten wir in Schönefeld, von wo aus wir den nächsten Zug nahmen und nach Mittweida zurück fuhren. 5h dauerte die Zugfahrt und 4x mussten wir umsteigen, aber letztendlich erreichten auch wir unser Ziel.
Damit wäre der Abstecher in einen Teil des Baltikums abgeschlossen.
Es hat viel Spaß gemacht und war sehr schön zu sehen, v.a der Strand und der Nationalpark. Das Ganze wäre zwar um einiges erträglicher im Sommer gewesen, auch, weil Riga zu der Zeit sehr florieren soll, aber als wir spontan den Flug buchten, hatten wir vorher nicht das Wetter abgecheckt..
War auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und die nächste Reise lässt bestimmt nicht lange auf sich warten 🙂
Eure Tamara