Toskana, Italien

Buongiorno amici! – Guten Morgen Freunde!

Meinen Sommerurlaub verbrachte ich mit meinem Freund erst in Österreich am Attersee und anschließend noch eine Woche in der Toskana, Italien. Dort buchten wir ein AirBnb in den Hügeln.

Die Toskana ist eine der beliebtesten Urlaubsregionen der Deutschen und im August auch von den Italienern sehr gut besucht. Das macht einen entspannten Strandurlaub mitten in der Hauptsaison natürlich etwas unentspannt. Lediglich die wunderschöne abgeschottete Lage unserer Unterkunft ermöglichte es uns, den Touristenmassen zu entfliehen.

Die bekanntesten und größten Orte und Städte in der Toskana sind:

  • Florenz (Hauptstadt der Region Toskana)
  • Livorno
  • Lucca
  • Pisa
  • Pistoia
  • Siena
  • Viareggio
  • Volterra

Um zu sehen, wo wir überall waren, hier noch mal die Karte, die ihr auf meinem Blog unter „Travel Map“ findet:

Tag 1: San Macario in Piano – Nave – Lucca

Am ersten Tag, nachdem wir offiziell eingecheckt hatten, beschlossen wir, erst einmal die nähere Umgebung um unsere Unterkunft zu erkunden. Der Ort hieß San Marcario in piano, der Nachbarort vor Lucca Nave. Wir liefen die Hügel hinab in das kleine Städtchen und dann einen Pfad am Fluss entlang. San Macario war ein niedliches, verschlafenes Nest mit einigen schönen Ecken. Vor allem der Fluss war interessant, da er in einem breiten, flachen Flussbett lag und zum Abkühlen im Wasser einlud. Außerdem konnte man ihn an einer Stelle auf einer Brücke überqueren, die am Fluss Schatten spendete.

Wir liefen über die Brücke auf die andere Seite und befanden uns damit in Nave, einem Stadtteil von Lucca. Hier befanden sich viele Supermärkte und man sah mehr Menschen auf der Straße, als in San Macario in piano. Als erstes schauten wir uns die Ortsmitte an, wo sich, wie bei allen italienischen Orten, eine kleine Kirche befand. Danach machten wir uns auf den Rückweg, wieder am Fluss entlang, um nach Hause zu kommen. Beim Fluss legten wir eine kleine Pause ein, um uns abzukühlen und von der Hitze auszuruhen. Während des nachmittags ist in Italien siesta, weshalb wir hier auch kaum jemanden antrafen und das Wasser fast für uns allein hatten.

Tag 2: Pisa – Viareggio – Lucca

Am nächsten Morgen fuhren wir bald los nach Pisa. Wir wollten uns den schiefen Turm und die darum liegenden Gebäude anschauen, bevor die Touristenmassen eintrafen. Dazu hätten wir allerdings früher los gemusst, weil der Platz selbst früh morgens schon zum Bersten gefüllt ist. Als wir ankamen war auch einiges los und wir schossen nur die obligatorischen Fotos des Turms und verzogen uns dann in die leere Altstadt hinter dem Piazza del Duomo. Auf der Suche nach etwas zu trinken und zu essen, fanden wir ein kleines Café abseits des Trubels und beschlossen uns dorthin zu setzen. Das Cafè hieß Filter Coffee Lab und verkaufte verschiedenstes Gebäck, Kaffeekreationen, selbstgemachte Limonaden und kleine Mittagsgerichte. Es war viel los, aber das störte uns kaum, weil es nicht vergleichbar mit den Restaurants nahe beim schiefen Turm war. Wir genossen also den Kaffee, die Limo und einen kleinen Salat, bevor wir uns auf den Rückweg zum Auto machten.

Damit hatten wir Pisa auf unserer To Do Liste abgehakt und wir mussten nie wieder hierher zurück. Grundsätzlich hat mir der Domplatz um den Turm sehr gut gefallen, weil die Architektur der Gebäude einfach wunderschön und detailliert war, aber die Massen an Touristen macht die gesamte Atmosphäre zunichte. Den Rest Pisas fanden wir auch nicht besonders schön, deshalb hakten wir es hab und machten uns auf den Weg zum nächsten Stopp: Viareggio, einer kleinen Küstenstadt.

Auch Viareggio ist eine hübsche Kleinstadt, besitzt einen großen Hafen und außerdem kilometerlange Sandstrände – allerdings, wie fast überall in Italien, in Privatbesitz. Das heißt, man muss Geld für Liegeplätze und Schirm bezahlen, um sich an einem sauberen und sicheren Strand aufhalten zu können. Freie Strände sind voll mit Müll und Ramsch-Verkäufern, die die Ruhe am Strand stören. Neben all den privaten Stränden, befand sich ein kleines Stück spiaggio libero, also „freier Strand“, wo wir uns niederließen und ins Meer liefen. Zuvor waren wir fast 1 km weit auf einer Landzunge ins Meer hinausgelaufen, um einen Blick auf den Strand und die dahinter liegende Landschaft zu erhaschen. Die Hitze trieb uns jedoch relativ schnell zurück, um uns abzukühlen. Als wir uns auf den Rückweg zum Auto machten, sahen wir zwei Boote, die im Kanal ankerten und zu Imbissbuden umgebaut waren. Dort wurden frische Meeresfrüchte, Fisch und Getränke ausgegeben!

Auf dem Heimweg beschlossen wir, Sushi in Lucca essen zu gehen. Wir suchten ein Restaurant heraus und machten uns von dem AirBnb aus auf den Weg dorthin.

Tag 3: Pistoia – Lucca

Simon erzählte, dass Pistoia – eine alte unbekannte Stadt westlich von Florenz – schön und verlassen sein soll. Wir wollten uns einen eigenen Eindruck davon machen und fuhren mittags los, um sie zu erkunden. Wieder parkten wir etwas außerhalb, um uns beim Hineinlaufen die ganze Stadt anschauen zu können und erforschten die Gässchen, Plätze und Straßen. Ein Punkt auf unserer Liste war das sogenannte Sotterraneo di Pistoia, der Unterwelt unter der Stadt. Man beginnt die Führung im ehemaligen Krankenhaus und erkundet die Gewölbe, die sich fast unter der gesamten Innenstadt erstrecken. Sie sind so niedrig, dass mein Freund fast immer gebückt laufen musste und ich bei einigen Abschnitten auch. Es war feucht und kühl dort unten, bis auf ein Fenster zur Oberwelt gab es dort kein natürliches Licht. An diesem Fenster jedoch wuchsen Farne und andere Pflanzen.

Die Unterwelt wurde benutzt, um Pesttote und das von ihnen verwendete Geschirr aus der Stadt zu bringen. Außerdem befand sich eine automatisierte Eisenschmiede und eine alte Olivenöl-Presse dort unten. Es gab also mehr als nur einen Zweck für die Gewölbe.

Als wir wieder aus der Unterwelt ans Tageslicht traten, verabschiedeten wir uns von unserer Führungsgruppe und suchten ein kleines Restaurant, wo wir etwas essen und trinken konnten. Irgendwann wurden wir fündig und zur Feier des Tages wollte Simon auch mal auf italienisch Essen und Trinken bestellen. Mit meiner Hilfe funktionierte das sogar echt gut! 😉

Tag 5: Lucca

Als wir zum Abendessen in Lucca waren, konnten wir in der Dämmerung nicht besonders viel sehen und erkunden. Da der erste Eindruck aber echt gut war, wollten wir unbedingt einmal durch die Gassen spazieren und uns die Stadt von Nahem anschauen. Das Interessanteste war eigentlich der massive Mauerwall um die Stadt herum, auf dem mit Blick auf die Stadt man spazieren gehen konnte. Die Stadt wirkte groß und wohlhabend auf uns, die Straßen waren sauber und es war nicht übermäßig viel los. Während wir so durch die Gässchen liefen, überkam uns der Hunger und wir setzten uns in ein kleines Café. Ich erinnerte mich an meinen Schüleraustausch in Neapel im Jahr 2015 und wie lecker ich Foccaccia damals fand. Dabei handelt es sich entweder um normalen Pizzateig oder Fladenbrot, der einmal horizontal halbiert wird und anschließend mit allen Zutaten belegt wurde, auf die man Lust hatte. Dann wurde die obere Hälfte wieder draufgelegt und im Ofen noch mal heiß gemacht. Mhm!!! Die Wahl fiel demnach schnell auf das Gericht und es gab nichts zu bereuen 😉

Weiter ging es durch die Stadt zum Marktplatz, an dem gerade viele Stände aufgebaut waren, die alle möglichen Waren anpriesen. Ein Gewürz- und Teestand weckte meine Aufmerksamkeit und wir gesellten uns zu den anderen Interessierten. Nach einigen Niesern und einer überforderten Nase entschieden wir uns für ein Chili-Pulver und eine spezielle Früchtetee-Sorte.

Das war es im Grunde auch schon. Wir hatten uns Lucca angesehen und waren nicht enttäuscht. Eine schöne Stadt, in der man in Ruhe herumlaufen und entspannen kann.

Tag 6: Florenz

Den vorletzten Tag verbrachten wir in Florenz – meinem absoluten Highlight des Urlaubs! Wir parkten weit außerhalb und wollten über die umliegenden Hügel auf Florenz zu laufen und dann die Stadt erkunden. Diese Idee, die anfangs aufgrund der Strecke etwas abschreckend wirkte, stellte sich als hervorragend heraus, weil mein nach einer halben Stunde einen fantastischen Ausblick auf die gesamte Stadt und die Umgebung hatte! Sogar von hier aus wirkte der Dom inmitten der Stadt gigantisch. Die Zypressen und Olivenbäume in der Landschaft machten die Atmosphäre komplett. Wir bahnten uns also einen Weg zum Fluss Arno, über den auch die weltbekannte Ponte Vecchio führt, die Brücke der Goldschmiede. Um einen Rundgang machen zu können, überquerten wir den Fluss auf einer anderen Brücke und tauchten in die wunderschöne Altstadt Florenz ein. Wir sahen Kirchen und altertümliche Gassen, doch das eigentliche Ziel wartete in der Stadtmitte: die Cattedrale di Santa Maria del Fiore

Schon in den Straßen, die stetig darauf zu führten, ragte die Kuppel der Kathedrale über einem auf. Der Anblick war imposant! Doch als wir schließlich vor dem Gebäude standen, fehlte mir die Sprache. Die Wirkung war enorm und auch die Menschenmassen darum herum machten mir nichts aus, sie verschwanden buchstäblich im Schatten der Kirche. So ein riesiges und beeindruckendes Gebäude hatte ich noch nie zuvor gesehen. Die Tatsache, dass die Kathedrale schon im 13. Jahrhundert erbaut wurde, macht sie sogar noch eindrucksvoller. Wir rissen uns nach einer Weile aus der Szene los und marschierten zurück zum Fluss. Diesmal wollten wir den Arno auf der Ponte Vecchio überqueren, um die Goldschmieden zu bewundern. Und tatsächlich stand die Brücke links und rechts voll mit kleinen Häuschen, die selbstgemachten Gold- und Silberschmuck in ihren Schaufenstern ausstellten. Von Imitaten bis hin zu echtem Goldschmuck war alles dabei. Man konnte ohne Weiteres von 50 bis mehrere Tausend Euro hier ausgeben.

Damit machten wir uns auf den längeren Weg zurück zum Auto die Hügel hinauf und ließen Florenz hinter uns. Ich war mir sicher, nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein. Ein Wochenendtrip nur nach Florenz – das wollte ich in ein paar Jahren auf jeden Fall unternehmen!

Tag 7: Strand

Zuletzt fuhren wir zu einem kostenlosen Strand, den ich auf google maps südlich von Viareggio, dem Küstenstädtchen, gefunden hatte und wir fuhren ohne große Erwartungen dorthin. Wir waren positiv überrascht, weil die Müll-Situation nicht ansatzweise so schlimm war, wie wir sie erwartet hatten. Außerdem waren kaum Menschen da, wodurch man auch genügend Platz zum Hinlegen und Sonnen hatte und sich nicht bedrängt fühlte.

Unser Urlaub ist damit beendet. Ende August fuhren wir 11 h nach Hause und dachten dabei an die tollen Orte, die wir auf diesem Trip entdecken durften. Übrigens sind die Känguru Chroniken von Mark-Uwe Kling ein toller Zeitvertreib auf langen Autofahrten 🙂

Bis zum nächsten Trip verabschiede ich mich

Eure Tamara