Montenegro

Dobar dan! Hallo!

Von einem Roadtrip durch Montenegro gleich zurück ins Uni Leben starten ist gar nicht so einfach…
Aus einem Land, von dem ich nur ganz wenig wusste und welches ich bis dahin nie wirklich auf dem Schirm hatte, wurde ein Land, das ich ins Herz geschlossen habe. Nicht nur die Landschaft und Natur ist eine Reise wert, sondern auch die Menschen dort. Anders, als vielleicht die Klischees über die Länder des Balkans vermuten lassen, sind die Montenegriner freundlich, offen und hilfsbereit und Kriminalität war nirgendwo zu sehen. Das wird natürlich auch dadurch unterstützt, dass der größte Arbeitsgeber die Polizei ist und demnach die Polizeipräsenz unglaublich stark ist. Vor allem was das Fahren angeht, sind die Montenegriner sehr streng, in jeder Bucht am Straßenrand stehen Polizisten und warten schon mit einer Laserkanone in der Hand auf Raser. Dabei würde ich als Deutsche ein Überschreiten der allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 50 bis 60 km/h nicht als rasen bezeichnen. Normalerweise ist die Begrenzung auf 80 km/h üblich, allerdings wird bei jeder noch so kleinen Biegung sofort auf 50 oder 40 km/h reduziert und besonders das Hinterland besteht zum Großteil nur aus Serpentinen, was es nicht gerade besser macht. Diese Gebote scheint aber den normalen Montenegriner nicht allzu sehr zu berühren, da dieser bei jeder „Gelegenheit“ alle überholt, die auch nur ansatzweise versuchen, sich an die Geschwindigkeit zu halten. Und mit jeder Gelegenheit meine ich vor allem gerade Abschnitte von mindestens 5 – 10 m Einsicht in die Kurve oder ansteigende Straßen, bei denen man erst eine Sekunde, bevor es zu spät ist, sieht, dass es zu spät ist. Demnach hab ich jedes Mal, sobald ein solches Überholmanöver gestartet wurde, nach Möglichkeit abgebremst, um dem Kamikaze-Fahrer eine Chance zu geben, nicht dem Gegenverkehr zum Opfer zu fallen. Auch die häufigen Überholverbote haben die „Locals“ nicht sonderlich beeindruckt. Im Großen und Ganzen ist der Straßenverkehr hier also ein absolutes Chaos. Glücklicherweise sind die Straßenverhältnisse nicht ansatzweise so schlecht, wie es von diversen Reiseführern und Reisenden beschrieben wird, größtenteils habe ich keinen großen Unterschied zu deutschen Fahrbahnen feststellen können.

Montenegro (auf montenegrinisch: Crna Gora) mit der Hauptstadt Podgorica (sprich: „podgoríza“) hat 625.000 Einwohner und ist mit 13.812 km² etwa so groß, wie das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein. Im Norden befindet sich das Hinterland mit Landesgrenzen zu Bosnien-Herzegovina, Serbien und Kroatien. Hier liegt das Durmitor Gebirge (höchster Berg: Bobotov Kuk, 2522 m), das sich hervorragend für lange Wanderungen eignet. Das Hinterland ist durchzogen von tiefen Canyons, unter anderem der tiefsten Schlucht Europas, dem Tara Canyon. An der tiefsten Stelle misst er etwa 1300 m. Weiter östlich befindet sich der Biogradska National Park, Landesgrenzen zum Kosovo, der den letzten Urwald Europas beherbergt. Der südliche Teil, westliche bis östliche Ausdehnung, ist geprägt durch die Adria-Region, mit vielen kleinen Hafenstädtchen und dem Charme der Adria. Auf der südöstlichen Seite befindet sich Montenegro an der Grenze Albaniens mit dem längsten Sandstrand an der Adria (13 km) und auf der südwestlichen Seite in Nähe Kotors liegt der einzige Fjord des Mittelmeers. Wie man sehen kann, besitzt Montenegro also viele Orte, die das Land so einzigartig machen.

Unsere Reise.

Durch einen Tipp von Kommilitonen, buchten wir einen Flug nach Dubrovnic, einer kroatischen Stadt, die 20 min von der montenegrinischen Grenze entfernt liegt. Der einzige internationale Flughafen Montenegros befindet sich in Podgorica und ist ein ganzes Stück teurer, als nach Dubrovnic zu fliegen und von dort mit dem Auto die Grenze zu passieren.
Wir holten also den Mietwagen am Flughafen ab und fuhren los in Richtung Grenze.

Der grobe Plan: in 9 Tagen einmal im Uhrzeigersinn durch Montenegro

Reiseroute
Gesamte Reiseroute, die wir in 9 Tagen abfahren wollen. Übernachtungen: Durmitor – Vranjina – Ulcinj – Kotor

Tag 1 – Durmitor

Lange Fahrt ins Durmitor Gebirge, wo wir 2 Nächte in einem „Eco Camp“ verbrachten. Besitzer war ein Montenegriner namens Sasha. Er war Selbstversorger und wie der Name des Camps schon vermuten lässt, gab es kein W-Lan, aber zum Glück fließendes und warmes Wasser. Wir buchten über AirBnB eine Blockhütte mit zwei Einzelbetten.

Etappe_1
erste Etappe: Dubrovnik – Durmitor

Auf dem Weg zu dem Camp fuhren erst in Herceg Novi, einer kleinen Stadt an der Adria und dann an einem Kloster (Manastir Ostrog) vorbei. Das Besondere: nur die äußerste Wand war zu sehen, da sich der Rest in dem massiven Felsen befand. Vor Jahrtausenden war dieses Kloster dort in die Felswand gebaut worden und es steht noch immer.

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Gegen 17 Uhr kamen wir dann endlich am Camp an und konnten gleich unsere Blockhütte beziehen. Auf dem Weg vor zum Haupthaus, wurden wir von zwei kleinen Hunden überfallen, die sich uns in den Weg warfen, um Streicheleinheiten einzufordern.
Bei einer kleinen Spazierrunde nahmen wir die nähere Umgebung ein bisschen unter die Lupe. Wir liefen an Weidezäunen mit fünf Kühen und paar Ziegen vorbei durch die grünen Hügel zu einer Lichtung, auf der ein Funkturm stand. Als es irgendwo hinter uns donnerte und auch der Himmel sich zuzog, hatten wir es ziemlich eilig, wieder zurück ins Camp zu gelangen.

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Dort angekommen, versprach der Besitzer Sasha uns ein selbst gemachtes Abendessen und wir fuhren los in die nächste Stadt Pjelvja (20 km weiter nördlich), um einkaufen zu gehen. Anschließend gab es dann das versprochene Abendessen, was echt fantastisch schmeckte! Selbst gemachtes, noch warmes Maisbrot, selbst gemachter Käse aus Kuhmilch und ein Gulasch-Eintopf dazu. Wir setzten uns dann noch zu den 3 Männern dazu und quatschten mit ihnen, während wir Bier und Cidre tranken. Ich ging relativ bald dann ins Bett, weil die lange Autofahrt mich sehr erschöpft hatte und wir morgens früh los wollten zum Wandern.

Tag 2 – Durmitor

Start der Wanderung zum Jabla Jezero.
Wir fuhren nach einem sehr leckeren Frühstück zum Parkplatz direkt neben dem vermeintlichen Wanderungs-Beginn. Los ging es durch den Wald und durch ein Dorf hoch zu einer alten Skistation. Ein sehr anstrengender Aufstieg, wenn man bedenkt, dass keiner von uns beiden seit Monaten wandern war, geschweige denn, Sport gemacht hatte 😀

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Als wir endlich an der Skistation angekommen waren, fanden wir den richtigen Startpunkt unserer Wanderung. Bis hierhin hätten wir also locker mit dem Auto fahren können und hätten dann energie- und zeitbedingt nicht den zweiten Teil der Wanderung weglassen müssen. Nichtsdestotrotz liefen wir dann in einer halben Stunde zum Jabla Jezero, einem Bergsee am Fuß einer steilen Bergwand. Dort angekommen, machten wir erstmal eine ausgiebige Pause auf den großen flachen Steinen am Ufer des Sees. Der See war nicht sehr groß, hatte eine grüne Farbe und sah mit den dahinterliegenden weißen Steilhängen einfach nur fantastisch aus. Auch der Wald drumherum war sehr schön!

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Gegen 14 Uhr machten wir uns dann wieder an den Abstieg und liefen diesmal die geteerte Straße hinab, die wir hätten hochfahren können.
Auf dem Heimweg hielten wir an der Tara Brücke an, aßen etwas und bestaunten die riesige Schlucht.
Als wir dann im Camp ankamen, war nicht mehr viel Energie übrig, um noch groß was zu unternehmen, also gingen wir bald ins Bett.

Tag 3 – Skadar See

Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen zusammen, da das die letzte Nacht im Camp war und checkten aus. Noch ein kurzer Stopp an der Tara Brücke, um ZipLining zu machen. Hierbei ist ein Drahtseil über die Schlucht gespannt, woran man mit einem Tragegurt befestigt wird und dann einmal über die ganze Breite der Schlucht fliegt. Das Ganze dauert leider nur eine halbe Minute, aber macht total viel Spaß und ein bisschen Adrenalin gibt es auch, wenn man in 1 km Tiefe unter sich die Schlucht entlang ziehen sieht. Auf der anderen Seite angekommen, zahlten wir und wurden mit einem PickUp wieder zurück zum Ausgangspunkt gefahren, von wo aus wir dann weiter zu unserer nächsten Übernachtungsstätte fuhren.

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Etappe_2
zweite Etappe: Durmitor – Vranjina (Skadar See)

Ein kurzer Stopp unten im Tal der Schlucht war ganz dringen nötig, weil wir den Tara Fluss plötzlich neben der Straße sehen konnten und der unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Strahlendes türkisblaues Wasser schlängelte sich durch die Schlucht und war gleichzeitig so klar, dass es wie eine Glasscheibe über dem Boden wirkte.

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Wir konnten uns kaum von dem Anblick losreißen, dennoch mussten wir weiter, weil wir noch einen etwas weiteren Weg vor uns hatten. Ziel war es, bis zum Skadar See zu kommen, da wir dort ein weiteres AirBnB gebucht hatten und wir uns um 18 Uhr mit dem Vermieter treffen wollten, damit er uns dorthin bringt.

Nächster Stopp war dann der Biogradska National Park, in dem sich, wie oben schon gesagt, der letzte Urwald Europas befindet. Dort gibt es einen großen See (Biogradska Jezero), um den ein Wanderweg von 3,5 km Länge führte. Gute Distanz für einen kleinen Spaziergang, um sich die Beine ein wenig zu vertreten. Wir parkten also auf dem sehr überfüllten Waldparkplatz direkt am See und umrundeten den See in 1 h. Nach der Hälfte wurde der Waldweg zu einem Holzsteg, der durch riesige Blätterstauden und Sumpf führte, über eine Brücke wieder mit dem Waldweg auf der anderen Seite verbunden war und wir an einer Hochzeit vorbei liefen, die dort statt fand. Der See selber hatte eine ähnliche Farbe wie der Tara Fluss und es war sehr schön, einmal darum herum zu laufen.

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Weiter ging es danach in Richtung Podgorica, wobei wir noch einen Zwischenstopp an der Manastir Moraca machen wollten, einem weiteren sehr alten Kloster in der Moraca-Schlucht. Allerdings schaute keiner von uns aufs Navi und die Beschilderung war auch nicht besonders vielsagend, weshalb wir dann ausversehen vorbei fuhren und das erst 10 km später bemerkten, dass dieses Kloster doch langsam mal kommen sollte. Naja, wir kehrten nicht um (was auf der engen Bergstraße auch kaum möglich gewesen wäre) und führten den Weg fort nach Podgorica. Als wir in der Hauptstadt ankamen, suchten wir uns als erstes ein Café mit kostenlosem W-Lan, um unseren Gastgeber in Vranjina kontaktieren zu können, fanden ein einheimisches Lokal, wo wir für 12€ insgesamt richtig lecker aßen und dann noch durch die Stadt schlenderten.

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Gegen 17 Uhr fuhren wir dann die halbe Stunde noch nach Vranjina, dem Örtchen, wo unsere Wohnung lag und warteten auf den Gastgeber an dem ausgemachten Platz. Er holte uns ab und brachte uns in die Wohnung. Dort hatten wir W-Lan, eine Küche, Bad, Schlaf-, Wohn- und Esszimmer für uns allein und sogar einen Balkon, von wo aus man über den Skadar See und die dahinter liegenden Berge blicken konnte! Also kochten wir etwas zum Abendessen, saßen dann auf dem Balkon, bis die Sonne untergegangen war (der Sonnenuntergang hinter den Bergen war atemberaubend!) und gingen dann ins Bett.

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Tag 4 – Skadar See

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir zu dem Fluss, der den Skadar See mit Wasser versorgte, um dort ein Kajak zu mieten und damit ein paar Stunden den Fluss entlang zu fahren.
Wir suchten uns also den Ort am Fluss, wo einige Restaurants Kajaks verliehen und los gings! 2,5 h lang paddelten wir auf dem gemächlich dahin treibenden Wasser und versuchten nicht zu kentern, sobald eins der Sportboote mit unverringerter Geschwindigkeit an uns vorbei schoss. Das Ganze machte einen Heidenspaß, aber ich war froh, als wir zurück am Verleih waren und ich meine Arme ausruhen durfte 😀

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Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg in die Wohnung und stoppten noch kurz bei einer alten Burgruine, die aus früheren Zeiten von den Griechen und Römern und Serben übrig geblieben war.

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Tag 5 – Ulcinj

Gleich morgens fuhren wir auf direktem Weg nach Ulcinj. Das ist eine kleine, süße Stadt, die letzte vor der albanischen Grenze und dort hatten wir für zwei Nächte ein Hostel gebucht. Hostel Pirate.

Etappe_3
dritte Etappe: Vranjina (Skadar See) – Ulcinj (Adria)

Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Hostel mit ganz viel Piratenzeug ausgestattet und eingerichtet. Der Besitzer, Coco, ist ein herzensguter und witziger Mensch, Matthew, ein Australier, der in dem Hostel arbeitet, ist ein großer dünner Quatschkopf und Zach, der auch da arbeitet und Amerikaner ist, kann Gitarre spielen und ist auch ein sehr unterhaltsamer Mensch. In den drei Tagen, die wir dort verbrachten, waren gefühlt nur Australier um uns herum, ein Schotte und eine Britin, dann wir zwei als Deutsche und am letzten Tag noch eine Französin und ein Schwabe.

Nach der Ankunft im Hostel liefen wir gleich hinunter zum einzigen Sandstrand der Stadt und lagen faul in der Sonne. Ein paar Stunden später, wieder zurück im Hostel, erfuhren wir, dass für abends ein Ausflug zu einem Fischrestaurant direkt an den Klippen geplant war. So etwas gab es in diesem Hostel jeden Abend: die Möglichkeit mit den Gästen gemeinsam etwas zu unternehmen, und das machte echt Spaß!

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Gesagt, getan. Wir liefen um 18 Uhr geschlossen zu dem Restaurant und tauschten uns währenddessen schon aus. Als wir dann ankamen, führte uns der Besitzer, der ein Freund von Coco war, zu unserem Tisch, unmittelbar an der Klippenkante und mit perfektem Blick auf den Sonnenuntergang! Wir bestellten Bier und quatschten viel. Erst als die Sonne untergegangen war und wir uns so nicht mehr davon ablenken lassen konnten, bestellten wir was zu essen, und zwar frisch gefangenen Fisch! Sehr sehr lecker, und auch die zahlreichen Streunerkatzen fanden die Fischköpfe, die wir ihnen heimlich zu warfen, echt gut.

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Als wir alle gesättigt, aber der Durst noch nicht gestillt war, versackten wir noch in einer Bar auf dem Rückweg ins Hostel, wo wir ein paar Rakia und Bier tranken. Bis 3 Uhr saßen wir dann noch in der Küche des Hostels und feierten.

Tag 6 – Ulcinj

Um 10 Uhr ging der nächste Tag ohne große Pausen weiter. Zu sechst packten wir Fahrräder, die man im Hostel für 5 Euro am Tag ausleihen konnte und wollten um die Seen eines alten Salzwerks fahren. Insgesamt waren das 18 km Rundweg, bei dem man sogar Flamingos sehen konnte!! Wir machten uns also auf den Weg, Pascal und ich zusammen mit vier Australiern. Die erste Hürde: es gab nur einen Weg rein und dort stand ein Security Typ, der uns überreden wollte, unsere Fahrräder hier zu lassen und doch zu Fuß zu gehen, bis zu den Flamingos sei es doch nicht weit. Wir ließen uns aber nicht beirren und schließlich ließ er uns durch. Weiter ging es dann von einem asphaltierten Weg über einen Pfad in der Wiese, durch Dornenbüsche ins Niemandsland. Nach den ersten 6 km fanden wir die Flamingos in Scharen in den Seen stehen, leider nur leicht rosa gefärbt, da diese anscheinend nicht die für die Färbung wichtigen Krebse fressen. Danach wurde der Weg deutlich beschwerlicher, da nach den Dornenbüschen kein Pfad mehr vorhanden war und wir einzelnen Fahrradspuren durch den ausgetrockneten Sumpf folgten, um wieder zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen. Zwischendrin wusste glaub ich keiner von uns, wie und wann wir es wieder zurück schaffen würden, da man nirgendwo einen Anhaltspunkt finden konnte, aber letztendlich fanden wir wieder einen Pfad, der uns auf die asphaltierte Straße vom Anfang brachte. Man, waren wir erleichtert, den Mann vom Eingang wieder zu sehen.
Wir ruhten uns kurz aus, um wieder zu Atem zu kommen und fuhren dann weiter zum Long Beach.

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Davon hatte ich oben schon erzählt, es ist der längste Strand an der Adria, mit 13 km Länge, reicht bis an die albanische Grenze und ist tatsächlich (im Gegensatz zum Rest der Strände an der Adria) ein Sandstrand. Obwohl wir alle schon Sonnenbrand hatten, weil sich von uns natürlich niemand eingecremt hatte, legten wir uns für 2 h in die Sonne und genossen einfach die Ruhe und das Nichtstun, bevor wir mit dem Fahrrad wieder zurück ins Hostel fahren mussten. Das Wasser war herrlich, nicht zu kalt und der Strand ging fast 300 m weit hinaus, ohne dass man weiter als bis zur Hüfte im Wasser stand.
Als wir genug vom Herumliegen hatten und vielleicht auch das schlechte Gewissen wegen des Sonnenbrandes einsetzte, machten wir uns auf den Weg zurück ins Hostel.
Zum Glück hatten wir den ganzen Tag unterwegs verbracht, da währenddessen in der ganzen Stadt das Wasser abgestellt war, wegen Bauarbeiten. Zu der Zeit, als wir alle verschwitzt und etwas fertig zurück kamen, lief das Wasser wieder und wir konnten ganz in Ruhe duschen 😀

Auch an diesem Abend gab es wieder ein gemeinsames Programm für die Hostel-Gäste: Für 2,50€ konnten wir Pizza bestellen und bekamen dazu kostenloses Bier von unseren Gastgebern. Allerdings war der Abend hier relativ bald für mich vorbei, weil ich absolut fertig war von unserer Fahrrad-Tour.

Tag 7 Ulcinj & Kotor

Wir hatten eigentlich vor, bald auszuchecken und dann gleich weiter zu unserem letzten Stopp zu fahren, allerdings fanden wir es so toll in dem Hostel und mit den Leuten, dass wir uns noch zu der Bootstour überreden ließen, die von allen sehr empfohlen wurde. Für 13€ übernahm ein Freund von Coco eine Tour, die uns 5 h lang durch die Adria Bucht brachte und zeigte uns ein paar Höhlen, in denen wir schwimmen konnten, tauchte uns einen Seeigel hoch, weil keiner der 6 Teilnehmer jemals einen aus der Nähe gesehen, geschweige denn, auf der Hand hatte (wenn man sich ein paar Sekunden konzentriert, kann man spüren, wie sich die Stacheln bewegen) und wir verbrachten eine Stunde auf einem weißen Strand, zu dem niemals sonst jemand kam. War eine tolle Boots-Tour und es hatte sich total gelohnt, vor allem als Mirko uns dann noch zum Haus seiner Eltern brachte. Das Besondere dabei war, dass es sich um eine Villa auf den Klippen handelte, die den einzigen noch bewohnten Leuchtturm Montenegros enthielt. Er führte uns herum und dann stiegen wir hoch auf den Leuchtturm, von wo aus man eine grandiose Sicht über die Adria hatte! So schön!

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Auch diese Boots-Tour ging allerdings vorbei und am Ende hatten wir eine Mitfahrerin mehr im Auto und den Schwaben hinter uns in seinem eigenen Wagen. Die Französin Emeline wollte auch nach Kotor, was ja das Ziel des Tages war und auch Felix hatte sich das als nächsten Punkt gesetzt. Also machten wir uns nach der Bootsfahrt zu viert auf den Weg, bestaunten unterwegs den Sonnenuntergang, der sich hinter Sveti Stefan, der oben genannten Hotelinsel abspielte und stoppten zum Abendessen in der Touristen-Party-Stadt Budva. Als wir dann gegen 22 Uhr endlich in Kotor im Hostel ankamen, schlug uns erst mal laute Electronic-Musik entgegen. Wir waren in einem Party-Hostel gelandet, wo jeden Abend von 19 bis 23 Uhr Trinkspiele gespielt wurden, bevor es in die Bars der Stadt ging. Wir waren zum Glück in einem Gebäude außerhalb untergebracht, wo man von der Feierei nichts mitbekam.

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Etappe_4

Tag 8 – Kotor

Relativ bald gegen 9 Uhr liefen wir den Zick-Zack-Weg zur Festung über Kotor hoch, der uns zu einem „free-entry“ Punkt bringen sollte. Der offzielle Weg führte 45 min Treppenstufen hoch, bei dem man 8€ zahlen musste, um auf den Weg zu gelangen. Der Zick-Zack-Weg war ein Geheimtipp von dem Schotten aus Ulcinj und dem Hostel in Kotor, von wo aus man dann durch ein Fenster in die Festung klettern musste und dann ganz unbehelligt die Aussicht genießen und die Treppen wieder hinab laufen konnte.
Problem: In den paar Tagen, seit Scot (der Schotte) diesen Weg benutzt hatte und wir ankamen, hatten die Leute, die unten die Tickets verkauften, den geheimen Einstieg bemerkt und als wir nach 45 min Aufstieg oben ankamen, wartete ein Mann bereits am Fenster, um alle wieder runter zu schicken, die dachten, sie kämen da oben kostenlos rein. Wir sahen allerdings überhaupt nicht ein, wieder runter zu laufen, 8€ zu zahlen und dann die Treppen wieder hoch zu laufen, also setzten wir uns in ein kleines Café, was oben auf gleicher Höhe in den Hügeln saß und genossen von da die Aussicht, die man auch aus der Festung hatte. Für nur 2 statt 8€, wegen der Cola.

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Nachdem wir wieder runter gelaufen waren, gingen wir einkaufen, um abends zusammen zu kochen und verbrachten dann ein paar Stunden im Hostel mit Karten spielen, weil es draußen schüttete wie aus Eimern. Wir hatten jetzt seit Ankunft in Dubrovnik nur geniales Wetter gehabt, vorne an der Adria hatte es meistens 33°C und dann war ein Tag Pause mit Regen schon in Ordnung und sogar sehr erholsam, besonders für meinen Sonnenbrand 😀

Irgendwann ließ der Regen dann soweit nach, dass wir raus gingen, um uns die Altstadt Kotors anzuschauen, die überlaufen mit Touris, aber trotzdem wunderschön war. Hier konnte man den Einfluss der Grieche und Römer förmlich spüren! Wir bummelten also zu viert durch die engen Gassen und hatten eine gute Zeit miteinander. Abends kochten wir dann zusammen und gingen anschließend mit zwei deutschen Mädels in eine Bar in der Nähe des Hostels.

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Tag 9 – Kotor & Heimflug

Tag der Abreise. Felix war früh weitergefahren, weil er noch bis in den Norden, also Durmitor-Gebirge, kommen wollte. Emeline, Pascal und ich verbrachten noch ein paar ruhige Stunden am Kiesstrand in Kotor, bevor wir uns um halb 1 von der Französin verabschiedeten.

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Um 15 Uhr mussten wir das Auto wieder in Dubrovnik abliefern, bevor unser Flug dann um 16:30 Uhr ging. Wir kamen relativ zügig voran und gabelten kurz vor der Grenze nach Kroatien noch zwei deutsche Anhalterinnen auf, die nach Deutschland zurück trampen wollten. Wir nahmen sie mit bis zum Flughafen, wo wir ihnen viel Glück und eine gute weitere Heimreise wünschten, gaben pünktlich das Auto ab und warteten dann im Flughafen auf unseren Flieger.

Damit wäre dann auch diese Reise abgehakt. Ich hatte 10 Tage in einem Land verbracht, von dem ich zuvor quasi nichts wusste, nur ein paar Bilder gesehen hatte, und es sich jetzt anfühlte, als hätte ich die letzten 3 Monate nirgendwo anders verbracht. Wir wären beide gern länger geblieben, vor allem in Ulcinj, aber die Pflicht und mein eigenes, schönes, bequemes Bett zuhause rufen ganz laut.